„Sea-Watch 4“ startet zu erster Rettungsmission

EKD

(17.08.2020) Nach sechs wochen  ist wieder ein privates Rettungsschiff im Mittelmeer. Die aus Spenden finanzierte "Sea-Watch4" beginnt ihren ersten Einsatz.

Das Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 4“ ist zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen. Das aus Spenden finanzierte Schiff hat am Samstag den spanischen Hafen von Burriana verlassen und ist auf dem Weg in die Such- und Rettungszone vor Libyen. Das Schiff wird den Druck auf die Politik erhöhen, dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu setzen.
Das ehemalige Forschungsshiff wurde vom Bündnis "United4Rescue" finanziert, das von der EKD initiiert wurde. An dem Projekt beteiligt sich neben Sea-Watch auch "Ärzte ohne Grenzen". Seit über sechs Wochen seien keine zivilen Rettungskräfte mehr vor der libyschen Küste im Einsatz, erklärte Michael Schwickart von "United4Rescue". Fast alle Schiffe würden von den italienischen Behörden wegen angeblicher Sicherheitsmängel festgehalten oder mit nicht erfüllbaren Auflagen am Einsatz gehindert. Die Aufklärungsflugzeuge von Sea-Watch hätten allein in den vergangenen sechs Wochen mehr als 1.500 Personen in Seenot dokumentiert. Viele von ihnen seien nach Libyen zurückgebracht worden.

Die Idee eines kirchlichen Seenotrettungsschiffs im Mittelmeer geht auf den evangelischen Kirchentag in Dortmund 2019 zurück. Im Januar ersteigerte das Bündnis das Schiff für 1,3 Millionen Euro, darunter 1,1 Millionen Euro Spendengelder des Bündnisses, dem mittlerweile über 550 Organisationen und Unternehmen angehören. Im Februar wurde die "Sea-Watch 4" getauft und an die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch übergeben.

Die EKD ist Mitglied in dem Bündnis United4Rescue und offizielle Unterstützerin der Sea Watch 4.