EAK Rundbrief Juni 2021

Liebe Friedensfreund*innen, liebe Engagierte in der Evangelischen Friedensarbeit, liebe Mitglieder der EAK!

Bevor vom 21. 6.  bis 13. 9. die Sommerferien durch die deutschen Lande ziehen, ein kleiner Rückblick auf den Ökumenischen Kirchentag – aus Friedenssicht – und ein Ausblick auf die Herbsttagung der EAK, die diesmal noch in der Ferienzeit vom 2. bis 4. September in Friedensau bei Magdeburg stattfinden wird.

Höchst umstritten war auf dem ÖKT das Hauptpodium explizit zum Thema Frieden mit dem NATO-Generalsekretär. Ob Jens Stoltenberg moderiert durch Minister a.D. Thomas de Maizière, sich tatsächlich den Anfragen der Politikwissenschaftlerinnen Alina Giesen (Marburg), Carolin Hillenbrand (Münster), Elisabeth Kaneza (Postdam) und Maike Awino Rolf (Bonn), stellte oder dieses Format einfach als Bühne nützte, mag jede*r selber entscheiden. (Video: https://vimeo.com/548959804 )

Zivile Friedensarbeit müsse in der Tat noch stärker gefördert werden, sagte Stoltenberg. "Man braucht trotzdem militärische Mittel, um den Frieden zu wahren." Es gebe Situationen und Zeitpunkte, da sei "Gewalt unvermeidlich". So sei es richtig gewesen, "Gewalt einzusetzen, um den IS einzudämmen". Freilich sei man damit nicht uneingeschränkt erfolgreich. Auch das Ende des Einsatzes in Afghanistan sprach er an. Dieser Einsatz sei "kein durchgreifender Erfolg" gewesen. Dafür gebe es viele Gründe. "Wir müssen als NATO besser vorbereitet sein auf Krisen."

Durch die Corona-Pandemie habe die NATO gelernt, "dass auch eine Gesundheitskrise durch Unterstützung des Militärs abgemildert werden kann. Das werden wir weiter trainieren. Dazu wird es eine Übung in Mazedonien geben."

In der Fragerunde mit den vier Wissenschaftlerinnen wurde deutlich, dass sie sich Friedenssicherung anders vorstellen als der NATO-Generalsekretär. Alina Giesen legte den Fokus darauf, dass die Abwesenheit von Krieg noch keinen Frieden bedeute: "Wir haben den Frieden noch nicht, er ist ein utopisches Ziel." Zu fragen sei, "welche inneren Konflikte wir in unseren Gesellschaften haben". Gerade auf einem Kirchentag sei es wichtig, darüber zu diskutieren, "dass auch die Religion politisch ist. Sie kann benutzt werden, um den Frieden zu fördern oder ihn zu bekämpfen". Carolin Hillenbrand, die zur Rolle der Religion in Friedensprozessen forscht, machte deutlich, dass leitende Persönlichkeiten der Religionen in Friedensprozessen eine wichtige Rolle spielen können.

Elisabeth Kaneza wiederum hinterfragte das Konzept des "Exports" westlicher Menschenrechts-Konzepte. "Wir müssen erst die Vision von gleichen Rechten für alle schaffen." Von daher sei es nötig, auf lokale Kontexte zu schauen, um Menschenrechte für alle zu ermöglichen. Ebenso sei zu bedenken, dass auch in westlichen Gesellschaften keine Gleichheit aller hergestellt sei und somit kritisch hinterfragt werden müsse, wie weit es eigentlich her sei mit den westlichen Menschenrechten. "Wo es Menschen gibt, die aufgrund ihrer Herkunft und Hautfarbe, ihrer Heimat, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, gibt es keine friedliche Gesellschaft." Und Maike Awino Rolf stellt die These auf: "Zivile Friedensarbeit ist viel erfolgreicher als militärische Maßnahmen." Sie nannte Beispiele aus der Friedensarbeit von Eirene und der Internationalen Friedensbrigaden. "Das Einzige, was Frieden wirklich sichert, ist Vertrauen."

An diesem Punkt klinkte sich Stoltenberg mit Zustimmung ein: "Ja, beim geht es darum, Vertrauen aufzubauen. Davon bin ich fest überzeugt. Deshalb arbeiten wir ja intensiv an Rüstungskontrollabkommen." Das New-Start-Abkommen zwischen den Präsidenten Biden und Putin sei gerade verlängert worden. Dieses Abkommen habe "dafür gesorgt, dass die Anzahl der Langstreckenraketen von 30.000 auf 1550 verringert worden ist. Die NATO hat Vertrauen aufgebaut im Zusammenhang mit der Rüstungskontrolle." Man versuche aber auch vermehrt, "Cyberangriffe zu verhindern, die die Natur der Kriegsführung völlig verändern. Da gibt es bislang ganz wenige internationale Regeln".

Stoltenberg zeigte sich überzeugt: "Abschreckung ist wirksam bei der Konfliktverhinderung. Wir haben seit über 70 Jahren keinen Angriff auf ein NATO-Mitglied." Und das liege daran, dass man "gemeinsam Stärke" zeige. ( Quelle: www.doam.org )

Noch vor den Sommerferien erhalten diesmal die landes- und freikirchlichen Friedensbeauftragten die „Abfrage zur Friedensarbeit“, die dann vor der Herbsttagung der EAK in Friedensau Anfang September an der Geschäftsstelle zu einer Synopse zusammengefaßt wird. Achten Sie bitte daher darauf, uns die Abfrage tatsächlich bis Ende Juli zurückzuschicken und planen Sie daher bitte etwas Zeit vor oder nach Ihrem Urlaub ein. Sie erhalten die Abfrage dann in den nächsten Tagen.

Aus der Geschäftsstelle herzliche Sommergrüße
Anette Bickel, Max Weber und Wolfgang Max Burggraf

 

 

10/06/2021
EAK
EAK sucht Referent*in
Für die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) sucht der Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) ab 1. Oktober 2021 eine*n Referent*in als Vertretung während eines Sonderurlaubs bis 23. September 2023.

 

 

08/06/2021
AGDF
Aktionstag in Büchel 2021: „Weg mit allen Atomwaffen!“
Das Friedens- und Solidaritätsnetzwerk „QuattroPax“ ruft zu einem Aktionstag gegen die Atomwaffen auf. Am 13. Juni 2021 findet im Rahmen der jährlichen Aktionswochen am Fliegerhorst Büchel (Verbandsgemeinde Ulmen im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz) ab 12 bis 16 Uhr eine Mahnwache gegen Atomwaffen statt. „QuattroPax möchte die Mahnwache mit einer Friedenstafel (Selbstverpflegung) und Redebeiträgen am Haupttor des Fliegerhorstes in Büchel gestalten.

 

 

07/06/2021
AGDF
Frieden braucht Ihr Engagement – was werden Sie dafür tun?
Frieden braucht Ihr Engagement – was werden Sie dafür tun? Diese Frage den Kandidaten und Kandidatinnen für die Bundestagswahl im September zu stellen und damit zu fundierten Wahlentscheidungen beizutragen, dazu sollen die Wahlprüfsteine 2021 anregen.

 

 

28/05/2021
AGDF
Veröffentlichung von Videos Im Rahmen des Projekts INVOLVE
Im Rahmen des Projekts INVOLVE arbeitet ICJA - Freiwilligenaustausch weltweit mit zwei lokalen Partnern im Berliner Bezirk Pankow zusammen. INVOLVE ist ein Projekt bei dem es darum geht, Begegnung zu schaffen zwischen Menschen, die sonst nicht so viele Berührungspunkte haben, also, zwischen der so genannten Mehrheitsgesellschaft und Menschen mit Fluchterfahrung, die noch nicht so lange in Berlin leben. Die beiden Partner stellen sich hier per Video vor.

 

 

26/05/2021
AGDF
Bund für soziale Verteidigung zur Situation in Belarus
Der Bund für Soziale Verteidigung schließt sich den zahlreichen Äußerungen aus Zivilgesellschaft und Politik an, die ihr Entsetzen über die Festnahme des belarusischen Oppositionellen Roman Protasewitsch und seiner Partnerin unter Brechung aller Regeln für den internationalen Zivilflugverkehr Ausdruck verliehen. Er fordert die sofortige Freilassung der beiden und der vielen anderen Oppositionellen, die derzeit in Belarus im Gefängnis sitzen. Allen, auch den unbekannten Festgenommenen, drohen in der Haft Folter und Vergewaltigung durch die Sicherheitsorgane.

 

 

18/05/2021
EAK
Ausstellung: GRENZERFAHRUNGEN. Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet
PRO ASYL, EAK und pax christi fordern: Menschenrechte durchsetzen, Flüchtlinge schützen, Abschottung und Aufrüstung an den EU-Außengrenzen stoppen!

 

 

17/05/2021
AG Frieden, Trier
PRO ASYL, Weihbischof Gebert und 8 Trierer Organisationen appellieren zum Internationalen Tag der Familie: Familien gehören zusammen!

Am 15. Mai ist Internationaler Tag der Familie, doch tausende Geflüchtete leben nicht mit ihren Liebsten zusammen. Um wieder gemeinsam als Familie in Sicherheit zusammen zu leben, bleibt nur der Familiennachzug nach Deutschland. In Deutschland erschweren oder verhindern das Auswärtige Amt und die gesetzlichen Bestimmungen massiv die Familienzusammenführung. PRO ASYL startet deshalb die Aktion #FamilienGehörenZusammen mit der Veröffentlichung des Aufrufs.

 

 

14/05/2021
EAK
Deutschlands längste Friedenswanderung in Hannover gestartet
Corona-gerecht haben die NaturFreunde Deutschlands am 12. Mai in Hannover die längste Friedenswanderung Deutschlands gestartet. „Frieden in Bewegung“ wird in 55 Etappen bis an den Bodensee führen und dabei auf ein grundsätzliches Versagen in der Friedenspolitik aufmerksam machen. Die EAK unterstützt die Aktion.

 

 

14/05/2021
AGDF
AGDF: Demokratie braucht den konstruktiven Umgang mit Konflikten
Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) begrüßt ausdrücklich den in dieser Woche von der Bundesregierung vorgelegten Abschlussbericht des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus und die Umsetzung der darin genannten wichtigen Maßnahmen.

 

 

13/05/2021
EAK
EAK: Engagement für Kriegsdienstverweigerer ist weiterhin nötig und wichtig
Zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) hat die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) die Notwendigkeit betont, weiterhin in Europa und weltweit für das Grundrecht auf die Verweigerung des Dienstes mit der Waffe einzutreten.

 

 

11/05/2021
AGDF
AGDF: Rüstungsexporte müssen Thema im Bundestagswahlkampf sein
Die steigenden Rüstungsausgaben, die Militäreinsätze, aber auch Erfolg versprechende Alternativen zur Förderung von Frieden und Sicherheit in der Welt müssen nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ein wichtiges Thema im kommenden Bundestagswahlkampf sein.

 

 

06/05/2021
EAK
Ausstellung "Grenzerfahrungen. Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet.
Die EAK, Pax Christi und PRO ASYL haben die Ausstellung gemeinsam entwickelt. Am 17. Mai wird sie in einer Online-Vernissage vorgestellt und kann dann auch analog bestellt werden.

 

 

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Mit herzlichen Grüßen,
Maike Rolf und Max Weber
Referent*innen-Team der EAK

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