EAK Rundbrief Februar 2020

Liebe Leser*innen,

Die Konferenz für Friedensarbeit in Bad Boll war ein voller Erfolg, mit besonders zahlreich Teilnehmenden und einem neuen Format: der angegliederte, sonst öffentliche Studientag war dieses Mal nicht öffentlich und bot die Möglichkeit, sich intensiv mit der Auswertung der Friedenssynode sowie der Weiterarbeit mit diesen Ergebnissen auseinander zu setzen. So wird es im Herbst 2020 einen Umsetzungsbericht zu den Themen der Synode geben. Es werden ein Sammelbericht mit den verschiedenen Beschlüssen, sowie Extraberichte mit beschriebenen Umsetzungen erstellt. In der Konferenz der Friedensarbeit 2021 folgt dann die Aufnahme der Ideen und Umsetzungen, die über das letzte Jahr passiert sind. Es liegt im Aufgabenfeld der Konferenz für Friedensarbeit, die verschiedenen Themen der Synode hin zu konkreten Schritten zu gestalten. Während des Studientags war das starke Interesse an der AG Innergesellschaftlicher Friede bemerkenswert. Dieses Arbeitsfeld werden wir stärker in den Blick nehmen müssen. Zentral war die Schlussfolgerung, dass es mehr als ein Feuerwehrprogramm für offene Krisen braucht, sondern ein breit angelegtes Befähigungskonzept für kirchlich verortete Demokratieförderung. Gemeinden sollten hier vorbereitet werden, diese Rolle zu übernehmen. Materialien für Demokratieförderung könnten vom Kirchenamt finanziert werden. Theologisch sollte dieses Themenfeld sorgsam hergeleitet werden.

Während ein Teil des EAK-Teams auf der Konferenz für Friedensarbeit vertreten war, konnte ein anderer Teil parallel an dem sehr gut besuchten Symposium „Feministische Friedensarbeit: Reflexion. Organisation. Thema – ‚Gender' und ‚Intersektionalität' als Chancen der antimilitaristischen und pazifistischen Arbeit“ mitwirken. Auch hier haben sich interessante Perspektiven ergeben, und eine gemeinsame Weiterarbeit im Rahmen der AG “bertha – werkstatt für intersektionale Friedensarbeit” konnte lanciert werden. Hierbei sind unterschiedliche Ebenen im Fokus: zum einen geht es darum, Strukturen in der Friedensarbeit diskriminierungsfrei zu gestalten, und zum anderen darum, Themen auch inhaltlich zu öffnen. Eine Dokumentation des Symposiums wird in Kürze erscheinen.

Des Weiteren ist am 14. Februar der jährliche Bericht zur Situation von KDV im Europäischen Rat erschienen, erstellt von EBCO (Europäisches Büro für Kriegsdienstverweigerung). Die EAK ist Mitglied bei EBCO, und hat, vertreten durch die Referentin der EAK-Geschäftsstelle den umfangreichen Bericht mit erstellt. Den Bericht gibt’s hier: https://ebco-beoc.org/sites/ebco-beoc.org/files/attachments/2020-02-14-EBCO%20_Annual_Report_2019.pdf

Außerdem ist die EAK nun Bündnispartnerin bei United4Rescue, dem Bündnis das sich als Reaktion auf die Kirchentags-Resolution 2019 zum Thema Flucht gebildet hat. Das Bündnis hat mithilfe des Vereins Sea-Watch e.V. nun bereits ein Schiff, die Poseidon, kaufen können.

Eine inspirierende und angenehme Lektüre wünschen

Max Weber und Maike Rolf

Referent*innenteam der EAK-Geschäftsstelle

 

Inhaltsverzeichnis

  • Pressemitteilung: Kriegsdienstverweigerer sind in Europa weiterhin Diskriminierungen ausgesetzt
  • Pressemitteilung
  • NEU: Friedensbildung Niedersachsen
  • 12. Februar ist Red Hand Day
  • EAK wird Bündnispartnerin bei United4Rescue
  • Pressemitteilung evangelische Friedensarbeit
  • Holocaust-Gedenktag
  • Pressemitteilung evangelische Friedensarbeit
  • Pressemitteilung evangelische Friedensarbeit
  • Neu, aber nicht restriktiv
  • Frei und Gleich
  • Wanderausstellung
  • EKD-Friedensbeauftragter: Autonome Waffensysteme völkerrechtlich ächten
  • ZDF-Meldung "US-Kirchengemeinde kauft Waffen"
  • Rezension zur Autobiographie "Pimpf, Pfarrer, Pazifist" von Ulrich Finckh erschienen
  • Ekke Fetköter gestorben

 

Aus der Arbeit der EAK

Pressemitteilung: Kriegsdienstverweigerer sind in Europa weiterhin Diskriminierungen ausgesetzt

Auch 2019 sind Menschen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern, weiterhin zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt. Darauf weist das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) in seinem nun veröffentlichten Jahresbericht hin.

Pressemitteilung

Bonn/Stuttgart, 30.01.2020 Der aktuelle Bericht des Wehrbeauftragten zeigt Missstände im Umgang mit Minderjährigen bei der Bundeswehr auf.

NEU: Friedensbildung Niedersachsen

Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung stehen bereit, um an niedersächsischen Schulen über ihre Einsätze in Krisen- und Kriegsgebieten zu berichten oder mit Schülerinnen und Schülern Grundsätze der zivilen Konfliktbearbeitung zu erarbeiten und deren Chancen und Risiken zu diskutieren. Sie sind Expert*innen deutscher Sicherheitspolitik. Die Expert*innen sind in der Lage, ihre Einsatzerfahrungen als Beispiele generalisierbarer Merkmale und Erscheinungsformen innerstaatlicher oder internationaler Konflikte darzustellen.

12. Februar ist Red Hand Day

Am Mittwoch (12.02.2020) ist "Red Hand Day", der internationale Aktionstag gegen Kindersoldaten. Minderjährige in der Armee gibt es nicht nur in Ägypten oder Nordkorea, sondern auch in Deutschland.

Dagegen engagiert sich "Unter 18 nie", eine von mehreren Organisationen, u.a. der EAK, getragene Kampagne. Wir sprachen mit Michael Schulze von Glaßer.

WDR: Warum ist der Dienst in der Bundeswehr für 17-Jährige problematisch?

EAK wird Bündnispartnerin bei United4Rescue

Der Vorstand der EAK hat in seiner Sitzung am 5. Februar 202 beschlossen, Bündnispartnerin bei United4Rescue zu werden.

Die Bündniserklärung:

Pressemitteilung evangelische Friedensarbeit

Aus der evangelischen Friedensarbeit gibt es deutliche Kritik an dem in diesen Tagen
beginnenden NATO-Manöver „Defender 2020“. Nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft Dienst
für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK)
ist diese militärische Großübung, die in April und Mai dann auch in Deutschland
schwerpunktmäßig ablaufen wird, ein „falsches Signal und eine überflüssige und falsche
militärische Machtdemonstration“, so die beiden Verbände.

Holocaust-Gedenktag

Erklärung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

 

Wissenswertes

Pressemitteilung evangelische Friedensarbeit

Im November hat die EKD-Synode in Dresden nach einem zweijährigen Konsultationsprozess
die Kundgebung „Kirche auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens“
verabschiedet. Wie wird dies von der Öffentlichkeit wahrgenommen, wie wird
darauf reagiert, welche Folgen hat dies für Politik und Gesellschaft? Fragen, denen
eine Talkrunde in der Evangelischen Akademie in Bad Boll nachging.
Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Nils Schmid war die Sache klar: „Diese
Kundgebung findet ganz sicher eine große Resonanz in der Politik.“ Und Professor

Pressemitteilung evangelische Friedensarbeit

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Renke Brahms, hat auf der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD in der
Evangelischen Akademie in Bad Boll die jüngste Entscheidung von US-Präsident
Donald Trump, der US-Armee den Einsatz von Landminen in Konflikten zu erlauben,
scharf kritisiert. „Diese Entscheidung ist enttäuschen und empörend, gerade
auch angesichts der Tatsache, dass die Ächtung und das Verbot dieser Waffen von

Neu, aber nicht restriktiv

Die Bundesregierung hat – wie im Koalitionsvertrag 2018 vereinbart – die Politischen Grundsätze zur Rüstungsexportpolitik überarbeitet. Die Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ hat diesen Text analysiert, legt ein Factsheet dazu vor und stellt ernüchtert fest:

Frei und Gleich

Wir veranstalten vom 12. bis 16. August 2020 ein Zelt-Camp in Lutherstadt Wittenberg für
500 junge Erwachsene, die sich für eine lebenswerte Gesellschaft einsetzen. Menschenrechte,
Partizipation, Selbstbestimmung, Klima, Nachhaltigkeit und weitere Themen, die uns alle angehen und
beschäftigen, werden das Camp bestimmen. Wir möchten einen experimentellen Raum schaffen, in dem ihr
Euch vernetzen, voneinander und von Expert*innen lernen und euch zwischendurch auch mal erholen könnt.
Gemeinsam wollen wir Zivilgesellschaft gestalten!

Wanderausstellung

INHALT:
Von 1992 bis 2010 waren das nördliche Brandenburg und das südliche Mecklenburg-Vorpommern Schauplatz
einer außergewöhnlichen Auseinandersetzung. Wo über 40 Jahre lang die Sowjetunion bzw. Russland einen
militärischen Übungsplatz betrieben hatte, plante die Bundesregierung nach der Wende die Fortsetzung der
militärischen Nutzung. Sie wollte in der Kyritz-Ruppiner Heide einen Luft-Boden-Schießplatz einrichten, auf dem
Truppen aller NATO-Länder am Boden und aus der Luft hätten üben sollen.

EKD-Friedensbeauftragter: Autonome Waffensysteme völkerrechtlich ächten

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat sich nachdrücklich für eine völkerrechtliche Ächtung von automatisierten Waffen ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, sich für ein verbindliches Verbot von autonomen Waffensystemen einzusetzen. Am kommenden Freitag (31. Januar) wird der Deutsche Bundestag über einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Ächtung autonomer Waffensysteme beraten.

ZDF-Meldung "US-Kirchengemeinde kauft Waffen"

Dem Vorwurf, Problemen bei Gewalt(taten) tatenlos gegenüberzustehen, sehen sich viele Organisationen und Kirchen ausgesetzt. Eine Kirchengemeinde in den USA setzte nun ein gegenteiliges Beispiel, wie unter anderem das ZDF berichtete (s.u.). Ein ganz konkretes Beispiel, wie Friedensarbeit aussehen kann:

Tausende Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen. Eine Kirchengemeinde kauft jetzt Waffen auf, um wenigstens ein kleines Zeichen zu setzen.

 

Rezension zur Autobiographie "Pimpf, Pfarrer, Pazifist" von Ulrich Finckh erschienen

Im Januarheft des Deutschen Pfarrerblatts ist eine Rezension zur Autobiographie von Ulrich Finckh, "Pimpf, Pfarrer, Pazifist", erschienen. Horst Scheffler, langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), würdigt darin Ulrich Finckh, der unter anderem von 1971 bis 1980 ehrenamtlicher Geschäftsführer der EAK war und sich nicht zuletzt "begriffsbildend" und unermütlich für die Rechte von Kriegsdienstverweigerern einsetzte. Die Rezension kann nachfolgend abgerufen werden.

Ekke Fetköter gestorben

Am 23. Januar ist Ekke Fetköter nach einem Schlaganfall gestorben.

Sein Tod bedeutet einen großen Verlust, in erster Linie für seine Familie und Freund*innen, aber auch für die (christliche) Friedensarbeit.

In und um Husum herum war er einer derjenigen, die hartnäckig zu Aktionen aufriefen und sie durchführten. Er und seine Frau Hanna haben auch bei geringer Resonanz jährlich Veranstaltungen zur FriedensDekade durchgeführt.