„Konsequent auf Friedensverantwortung der Kirchen hingewiesen“

EAK

(30.04.2020) Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) hat ihrem früheren Vorsitzenden Altbischof Dr. Christoph Demke zu seinem 85. Geburtstag gratuliert und seinen Einsatz für Frieden und auch die Rechte von Kriegsdienstverweigerern gewürdigt. Der frühere Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen war von 1998 bis 2006 Vorsitzender des evangelischen Friedensverbandes.

„Christoph Demke hat sich in diesen Jahren in der Evangelischen Kirche in Deutschland, aber auch in Staat und Gesellschaft mit großem Engagement für Kriegsdienstverweigerer und deren Grundrecht auf Verweigerung des Dienstes mit der Waffe eingesetzt“, betont Detlev Besier, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz und Mitglied im Vorstand der EAK.

Der frühere Bischof wurde in einer Zeit Vorsitzender der EAK, als nach Ende des Kalten Krieges und nach der Wiedervereinigung außen- und sicherheitspolitische Weichenstellungen in Deutschland erfolgten. Es gab die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr, auch bewaffnete Kampfeinsätze. Gleichzeitig wurden Friedens- und Freiwilligendienste auf- und ausgebaut, 1996 entstand das Forum Ziviler Friedensdienst. In der EKD gab es Diskussionen, den Zivildienst als Lerndienst zu gestalten.

„Es war eine Zeit des Umbruchs, in der Christoph Demke an der Spitze der EAK stand“, meint Lutz Krügener, stellvertretender Vorsitzender der EAK und Friedensbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Er habe in dieser Zeit besonnen, aber dennoch konsequent auf die Friedensverantwortung der Kirchen hingewiesen.

Bei einer Feier zum 50-jährigen Bestehen der EAK in Münster hatte Demke betont: „So wird es auch in Zukunft darauf ankommen, dass die Kirchen klar zeigen können, dass es nicht nur eine Seelsorge für Soldaten, sondern auch eine evangelische Arbeit für Kriegsdienstverweigerer gibt. Daran ist ja auch überhaupt kein Zweifel, dass es sie gibt und geben soll, aber mit welcher Kraft und mit welchem Umfang, da gibt es nicht gerade Streit, aber ein Tauziehen.“ Dies habe die Arbeit von Christoph Demke geprägt, so Krügener. Und Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Referentin für Friedensarbeit im Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, fügt hinzu: „Es war dabei sicher gut, dass mit Christoph Demke auch eine Stimme aus den evangelischen Kirchen in der früheren DDR dabei war, die die Erfahrungen einer eindrucksvollen Friedensarbeit im DDR-Kirchenbund mit einbrachten in diese Debatten.“

Der am 3. Mai 1935 in Niederschlesien geborene Christoph Demke studierte an der Humboldt-Universität in Berlin und an der Kirchlichen Hochschule Berlin-Zehlendorf evangelische Theologie und wurde 1964 Dozent für Neues Testament am Evangelischen Sprachenkonvikt in Berlin. Danach wechselte er ins Sekretariat des DDR-Kirchenbundes, war zuletzt dessen Leiter, bevor er 1983 Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen wurde. 1990 und 1991 war er Vorsitzender der Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen in der DDR.
(Dieter Junker)