Frieden ist des Christenmenschen Berufung! Die Reformation und das Friedenszeugnis der Kirche

Studientag der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD

Ort: 

  • Evangelische Akademie Wittenberg

Datum: 

24.01.2017

24./25.1.2017
500 Jahre Reformation – dieses Jubiläum wird im Jahr 2017 gefeiert. Die Konferenz für Friedensarbeit tritt in Wittenberg zusammen, an dem maßgeblichen Erinnerungsort des Wirkens Martin Luthers.

Es liegt nahe nach der Bedeutung der Reformation für das gegenwärtige Friedenszeugnis der Kirche zu fragen. Die Ambivalenzen sind offenkundig: Einerseits leitete der reformatorische Aufbruch ein von Konflikten und Kriegen gezeichnetes Jahrhundert ein, andererseits steht das reformatorische Evangelium auch für den Aufbruch in eine Moderne, die den friedensfördernden Prinzipien von Freiheit und Gleichheit verpflichtet ist. Dabei geht es nicht nur um eine Rückschau in die Vergangenheit, vielmehr muss gefragt werden, wie evangelische Christinnen und Christen heute dem Auftrag gerecht werden, den die Präambel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland in die Worte fasst: „dem Frieden der Welt zu dienen“.

Der Studientag der Konferenz für Friedensarbeit versucht die friedensethische Relevanz zentraler Inhalte reformatorischer Theologie zu entfalten. Ausgangspunkt sind dabei die berühmten „Exklusivpartikel“: solus Christus – »allein Christus«, sola gratia – »allein aus Gnade«, solo verbo – »allein im Wort«, sola scriptura – »allein aufgrund der Schrift«, sola fide – »allein durch den Glauben«.
Der Studientag fragt, in welcher Beziehung diese reformatorischen Leitbegriffe zum Leitbild des Gerechten Friedens stehen und nimmt besonders die Verankerung von sozialen Praktiken des Friedens und der Versöhnung in geistlichen Praktiken des gelebten  Glaubens in den Blick: Welche Bedeutung haben der Umgang mit der Bibel und das Gebet für eine Praxis gewaltfreien Zusammenlebens. Die vier klassischen „Soli“ der Reformation erweitern sich auf diesem Weg um das doppelte „sola pax“ und „sola spes“. Damit kommen auch wesentliche Impulse für einen erneuernden Gestaltwandel der Kirche aus dem Geist des Gerechten Friedens zur Sprache. Der Studientag versteht sich als Teil der „Pilgrimage of Justice and Peace“ und nimmt den Prozess der Konsultation „How to become a Just Peace Church“ (September 2016) auf.

Programm:

Dienstag, 24.01.2017

15.30 Uhr Begrüßung
15.45-17.30 Uhr Die reformatorische Entdeckung und das Friedenszeugnis der Kirche - Vortrag mit partizipativen Elementen, Renke Brahms, Friedensbeauftragter der EKD
17.45 Uhr Abendgebet
18.00 Uhr Abendessen
19.30-21.00 Uhr „Lebensräume des Friedens“ - Erlebtes und Erfahrenes zwischen Friedensdienst und Gebet, SantÈgidio (München), Friedrich Magirius Superintendent i.R. (Leipzig Nicolaikirche)
21.00 Uhr Nachtgebet

Mittwoch, 25.01.2017

9.00-9.15 Uhr Morgengebet
9.15-10.45 Uhr Das Friedenszeugnis und die Verändeung der Kirche -  Vortrag und Aussprache, Prof. Dr. Hans G. Ulrich em Fachbereich Theologie Universität Erlangen
11.15-11.45 Uhr (Vor-)Überlegungen zu einem öffentlichen „Friedenswort“ im Reformationsjahr Werkstatt in Gruppen
11.45 Uhr Mittagsgebet
12.00 Uhr Mittagessen
13.00-14.30 Uhr Tagungsabschluß und Reisesegen

Anhang: