AGDF trauert um Volkmar Deile: „Seine Stimme und sein klares Zeugnis werden fehlen“

AGDF

(10.04.2020) Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) trauert um Pfarrer Volkmar Deile, der am 2. April im Alter von 77 Jahren nach einer schweren Krankheit verstorben ist. „Aus tiefster christlicher Überzeugung heraus setzte sich Volkmar Deile immer wieder mit Leidenschaft und unermüdlichem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein. Er hat mit seiner wertvollen Arbeit dazu beigetragen, dass die Friedensdienste bis heute ein klares friedensethisches Profil in Kirche, Politik und Gesellschaft haben“, würdigt die AGDF-Vorsitzende Christine Busch den Theologen.

Die AGDF erinnert dabei auch an die großen friedenspolitischen und friedensethischen Diskussionen in den 1980er Jahren zum NATO-Doppelbeschluss. „Hier war es Volkmar Deile, der in vielfältigen Funktionen half, dass in den Kirchen ein neues Nachdenken über eine konsequente Nachfolge Christi Raum fand und Christen ihre Stimme erhoben für eine Welt ohne Atomwaffen, ohne Gewalt“, betont Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer.

So hätten die von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, deren Geschäftsführer Volkmar Deile war, initiierten Friedenswochen wie auch die veröffentlichten Handreichungen die friedensethischen Diskussionen in die Gemeinden, in die Jugendgruppen, in die Kirche getragen. „Von unten her die Kirche verändern, das lag Volkmar Deile am Herzen, das prägte seine Arbeit. Und seine Spuren sind bis heute überall zu spüren, nicht zuletzt auch in den ökumenischen Friedensdekaden“, ist die AGDF-Vorsitzende überzeugt.

Auch die AGDF habe Volkmar Deile viel zu verdanken, betont Christine Busch. Der Theologe habe 1981 gemeinsam mit dem damaligen AGDF-Geschäftsführer Ulrich Frey maßgeblich an der Organisation der Großdemonstration im Bonner Hofgarten im Oktober 1981 mitgewirkt. Ebenso habe er, unter anderem auch als Vertreter der AGDF, im Koordinationsausschuss der Friedensbewegung mitgearbeitet. „Nicht nur in dieser Zeit war Volkmar Deile eine wichtige christliche Stimme der Friedensbewegung, die gehört wurde“, so AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister.

Der 1943 in Lübeck geborene Volkmar Deile war von 1975 bis 1984 Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Als Mitarbeiter der Konferenz Europäischer Kirchen gehörte er zu den Wegbereitern der Ersten Ökumenischen Versammlung 1989 in Basel, von 1990 bis 1999 war er Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International. Immer wieder wirkte er an maßgeblicher Stelle bei Deutschen Evangelischen Kirchentagen, aber auch beim Ökumenischen Kirchentag 2003 mit. Bis zuletzt verfolgte er aufmerksam die friedensethischen Diskussionen in den Kirchen.

„Seine Stimme, sein klares Zeugnis, das wird fehlen“, so die AGDF-Vorsitzende Christine Busch.
(Dieter Junker)