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News 10.1.2013
Türkischer Pfarrer verweigert den Kriegsdienst Fürsprache

„Ich will nicht Teil einer Armee sein. Menschen, nach Gottes Ebenbild geschaffen, sind wichtiger als politische Grenzen oder ethnisch einheitlich besiedelte Gebiete. Sie sollten in Frieden zusammen leben.“ Auf diese Überzeugung gründet Kerem Koç, Pfarrer der kleinen evangelischen Gemeinde in Antalya (Türkei), seine Entscheidung, der Einberufung zum Militärdienst nicht nachzukommen. Koç ist ausdrücklich bereit, einen zivilen Dienst zu leisten, den er mit seinem Gewissen als Christ vereinbaren kann.

„Ich will nicht Teil einer Armee sein. Menschen, nach Gottes Ebenbild geschaffen, sind wichtiger als politische Grenzen oder ethnisch einheitlich besiedelte Gebiete. Sie sollten in Frieden zusammen leben.“ Auf diese Überzeugung gründet Kerem Koç, Pfarrer der kleinen evangelischen Gemeinde in Antalya (Türkei), seine Entscheidung, der Einberufung zum Militärdienst nicht nachzukommen. Koç ist ausdrücklich bereit, einen zivilen Dienst zu leisten, den er mit seinem Gewissen als Christ vereinbaren kann.

Seit er den türkischen Militärbehörden seine Kriegsdienstverweigerung mitgeteilt hat, ist Kerem Koç zur Zielscheibe nationalistischer Kreise geworden. Er und seine Familie sehen sich Gewaltandrohungen und Beschimpfungen als Verräter ausgesetzt. Zudem muss Koç jederzeit damit rechnen, angeklagt und inhaftiert zu werden, denn die Türkei ist der einzige Europarats-Mitgliedsstaat, in dem es weder ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung noch einen Zivildienst gibt. Wiederholt hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof die Türkei wegen der Mehrfachbestrafung und Misshandlung von Kriegsdienstgegnern verurteilt und die Regierung aufgefordert, dem Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen Geltung zu verschaffen. 
Für den pfälzischen Pfarrer Friedhelm Schneider, als EAK-Delegierter Vorsitzender des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung, zeigt das Beispiel von Kerem Koç einmal mehr, wie dringlich in Menschenrechtsfragen die politische Einflussnahme auf die türkische Regierung bleibt. „Es ist absolut inakzeptabel“, so Schneider, „dass ein Beitrittskandidat der Europäischen Union, die gerade Friedensnobelpreisträger wurde, das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung dauerhaft missachtet.“
Die Information über Kerem Koç’s bedrohliche Lage wird inzwischen europaweit unter kirchlichen und politischen Organisationen verbreitet. In seiner Landeskirche bat Pfarrer Schneider darum, Kerem Koç und seine Familie in die gottesdienstlichen Fürbitten einzubeziehen. Neben den Rückmeldungen von Kollegen und Friedensgruppen erhielt er auch eine Nachricht von Pfarrer Koç aus Antalya: „Wir fühlen uns wirklich allein. Aber es ist wunderbar zu wissen, dass Menschen in Europa für uns beten. Wir haben einen großen Gott, und wenn er nicht mit uns wäre, könnten wir diese belastende Zeit nicht aushalten.“
Inzwischen hat die türkische Armee Pfarrer Koç geantwortet und den menschenrechtswidrigen Standpunkt eines für alle Türken ausnahmslos obligatorischen Militärdienstes bekräftigt: „Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen gibt es nicht.“  (Stand: 10.12.2012)

F.S.

Aus dem Schreiben von Kerem Koç an die türkischen Militärbehörden:

„Ich bete dafür, dass der Hass und die Wut aufhören, die seit so vielen Jahren unter uns existieren. Dann könnten Türken und Kurden, Alewiten und Sunniten, Muslime und Christen in Frieden zusammen leben. Sie könnten einander achten und lieben in einem Land, in dem alle Rassen, Religionen und Sprachen gleich behandelt werden und wo niemand mehr seinen Menschenbruder tötet.

Nach der Botschaft der Heiligen Schrift lebt ein Christ in dieser Welt, aber er ist nicht von dieser Welt. Deshalb kann ich mich nationalistischen Parolen nicht beugen – wie dem Spruch „Jeder Türke wird als Soldat geboren.“ Und ich kann mich Denkweisen nicht fügen, die Land und Fahne über Menschenleben stellen oder die nur diejenigen als Helden betrachten, die zu sterben oder andere zu töten bereit sind...“

News 7.11.2012
Herman Schäufele im Alter von 90 Jahren verstorben

Hermann Schäufele ist am 25. Oktober 2012 verstorben. Er war der erste Pfarrer für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende sowohl in Württemberg als auch bundesweit.

Hermann Schäufele ist am 25. Oktober 2012 verstorben. Er war der erste Pfarrer für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende sowohl in Württemberg als auch bundesweit. Er begleitete Kriegsdienstverweigerer bei ihren Verfahren vor den Ausschüssen und Kammern und richtete für Fälle, die vor dem Verwaltungsgericht verhandelt wurden, einen Rechtshilfefonds ein. Für Zivildienstleistende organisierte er Rüstzeiten. Für die Friedensarbeit hat er theologisch und praktisch bedeutsame Beiträge geleistet. Er arbeitete lange Jahre bei der Zeitschrift „Junge Kirche“ mit. Einen Höhepunkt der bundesdeutschen Friedensbewegung im Engagement gegen die Nachrüstung mit Atomwaffen, die Menschenkette 1983 von Stuttgart nach Ulm, gestaltete er über das Pfarramt für Kriegsdienstverweigerer in Stuttgart verantwortlich mit. 1985 trat er in den Ruhestand. Schäufele starb wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag.



 

News 5.10.2012
Bittgottesdienst für den Frieden in der Welt

"Die diesjährige Friedensdekade vom 11. bis 21. November 2012 steht unter dem Motto "Mutig für Menschenwürde". Die EAK hat auf Bitte der EKD den Entwurf für den Bittgottesdienst für den Frieden erstellt. Hier können Sie ihn downloaden: http://www.ekd.de/download/bittgottesdienst_frieden_2012.pdf "