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Ein EAK-ForumZFD-Projekt in Israel und Palästina

Es ist Freitag, also schulfrei. Die Kinder wissen nicht so recht wohin, laufen auf der Straße herum und fangen an, Steine zu werfen. Ob die Situation an diesem Freitag eskalieren wird, ist mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Die Kinder haben keinen Spielplatz und sie wissen auch nicht, ob sie jemals einen haben werden. Sie wachsen auf in einem Umfeld, in dem ihnen und ihren Familien immer wieder vermittelt wird, dass sie hier nicht erwünscht sind. Wir befinden uns im Stadtteil Silwan in Ostjerusalem. So jedenfalls nennen ihn die arabischen Einwohner. Die wenigen jüdischen Siedler nennen ihn Ir David, Davidstadt. Hier ist die Lage besonders angespannt, da es immer wieder zu direkten Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und arabischen Bewohnern kommt. Die radikale Siedlerorganisation ElAd unterstützt Grabungen in Silwan bzw. der Davidstadt, um einen Nachweis über die Existenz König Davids zu finden, aus dem man dann einen Anspruch auf dieses Gebiet von Ostjerusalem ableiten könnte. Das bedeutet, dass den arabischen Bewohnern unter Duldung israelischer Behörden das Leben schwer gemacht wird, um sie zum Wegzug aufzufordern. Die Atmosphäre ist von gegenseitigem Misstrauen, Angst und Aggression.

An diesem Ort wurde von den Einwohnern Silwans 2007 eine Art Gemeindezentrum gegründet, das den Namen Madaa trägt, was auf Arabisch Horizont bedeutet. Ziel ist es, den Kindern eine andere Perspektive zu geben als Steine zu werfen auf alles, was ihnen fremd und feindlich erscheint. Für einen symbolischen Mitgliedsbeitrag können die Kinder die Bibliothek, Musikunterricht, Kunstunterricht, Theaterworkshops oder Tanzgruppen besuchen. Sie lernen, dass man in einer Gruppe etwas erreichen kann, auch ohne Gewalt.

Diese Idee der Gewaltlosigkeit war es, die die EAK auf die Idee brachte, mit Madaa ein gemeinsames Projekt zu planen und durchzuführen. 2009 wurden über das ForumZFD in Kooperation mit der EAK zwei Friedensfachkräfte nach Jerusalem entsandt, um Madaa in seiner Arbeit zu unterstützen. Im Projekt entwickelten sich drei zentrale Arbeitsfelder: der Aufbau der Bibliothek, Theater als Ausdruck der eigenen Identität und die Ausbildung von De-Eskalationstrainern durch Trainer der Gewalt-Akademie Villigst. Im Laufe des Jahres fanden unterschiedliche Trainings vor Ort statt und auch die Trainees mussten unter Anleitung selbst trainieren. Das letzte Training durch die Villigster Trainer fand Ende des Jahres 2010 in Deutschland statt und endete mit der feierlichen Zertifizierung aller Teilnehmer in Villigst. Auch die beiden Fachkräfte, die das Training gemeinsam mit den palästinensischen Teilnehmern absolviert hatten, wurden zertifiziert. Mit Hilfe der EAK konnten über den World Council of Churches zusätzliche Mittel zur Unterstützung des Deutschlandaufenthaltes der palästinensischen Trainees gewonnen werden.

Inzwischen haben drei der Absolventen begonnen, mit Unterstützung von selbst Trainings an einer Schule in Ostjerusalem durchzuführen. Diese Schule hat ein großes Problem mit der Gewalt der Jugendlichen. Unsere Trainer genießen große Akzeptanz, da sie selbst aus Silwan stammen, was der Inbegriff der Problematik in Ost-Jerusalem ist. Sie wissen, wovon sie reden. Dadurch, dass die Trainer selbst die Situation der Besatzung kennen und die daraus resultierende Gewaltproblematik kennen, wird der Ansatz nicht als westliches Konzept wahrgenommen und sofort abgelehnt, sondern die meisten Schüler lassen sich nach einem anfänglichen Zögern darauf ein und machen die Spiele mit. Mit Beginn des neuen Schuljahres ist geplant, an weiteren Schulen aktiv zu werden. Das ForumZFD und die EAK werden auch in Zukunft in der Region eng zusammenarbeiten

Links: www.cityofdavid.org, www.madaasilwan.org

Projekte und Aktivitäten

Zivil.de

Wen erreicht zivil.de?

Im Herbst 2010 beschloss die Bundesregierung, die Wehrpflicht auszusetzen - und damit auch den Zivildienst.

Zivil

Woher kommt zivil.de?

1971 haben engagierte Zivildienstleistende das Periodikum "wub - was uns betrifft" gegründet.

Stellenaus-schreibungen
News 11.5.2012

Friedenscup 2012 - Verlängerung der Anmeldefrist bis 14.Juni
News 11.5.2012

Liebe Fußballerinnen und Fußballer,

 

Am 7.7.2012 wird der Friedenscup im Rahmen des Fußballfestes "bunt ist cool" in Nürnberg stattfinden. Er richtet sich an Multiplikatoren aus anderen Landeskirchen, die das Fußballfest gegen Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus "bunt ist cool" vor Ort life kennenlernen wollen.


Kooperationspartner sind die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, die Evangelsiche Jugend in Bayern, die Arbeitsstelle Kokon und die EAK. Eröffnen wird den Friedenscup der Friedensbeauftragte Renke Brahms. Bislang gibt es noch keine Anmeldung für den Friedenscup. Ich weiß, dass einige Kolleginnen und Kollegen in den Landeskirchen überlegt haben mit eigenen Gruppen an diesem teilzunehmen. Ich würde Sie bitte die Zusammenstellung und Entsendung einer Gruppe aus Ihrer Landeskirche noch einmal zu prüfen und die Nachricht entsprechend zu verbreiten. Es wäre doch schade wenn diese tolle Gelegenheit des praktischen Kennenlernens von "Bunt ist cool" nicht genutzt werden würde. Eine Anmeldung ist bis zum 14.6.2012 möglich.

 

Mit herzlichen Grüßen,

 

Christian Griebenow

Das Fussballfest Bunt ist cool 2011
Zeichen des Friedens
News 4.5.2012
Ein Bericht von der Landessynode der EKM von Wolfgang GeffeStellvertretender EAK Bundesvorsitzender und Beauftragter für Friedensarbeit der EKM
 
Am 21. April verabschiedete die Landessynode der Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM) einen Beschluss zu Rüstungsexporten und Kleinwaffen.

Der Beschluss hat verschiedene Ursprünge, die noch genannt sein sollen:

 
- Friedensgruppen und -initiativen im Raum der EKM treffen sich seit vier Jahren wieder
regelmäßig und beim letzten Treffen wurde beschlossen, einen Synodenantrag zu Rüstungsexporten und Kleinwaffen zu formulieren.
- Die Delegierten der EKM bei der Internationalen Friedenskonvokation in Jamaika brachten
eine Anregung der norwegischen Delegierten mit, auf EU-Ebene Regelungen für den Umgang
mit Kleinwaffen zu vereinbaren.
- Zur Abschlussveranstaltung der Dekade zur Überwindung der Gewalt in der EKM gab es einen
Hinweis des schwedischen Bischofs i.R. Hammar auf die anstehenden ATT-Verhandlungen im
Rahmen der UN.

 
Es erging also ein Beschluss, dessen Inhalt von Vertretern der Kirchenleitung, Synodalen und
Friedensgruppen gewollt und abgestimmt war. Auch ein Zeichen des Friedens.
 
Den vollständigen Synodenbeschluss finden Sie hier: PDF: Synodenbeschluss EKM Fruehjahr 2012
Wolfgang Geffe