In einer Diskussion zum geplanten Bau von Patrouillenbooten für das Königreich Saudi-Arabien kritisierte der Friedensbeauftragte der EKD die verstärkte Nutzung von Waffenexporten für die Außenpolitik - nach dem Motto: Berlin wolle sich vor Ort möglichst nicht mit eigenen Soldat/-innen einmischen, ermögliche aber in Deutschland die weltweit drittgrößten Waffenexportzahlen. „Damit verschärfen wir eher die Situation, als dass wir zur Befriedung beitragen“, sagte Brahms. Er plädierte für Anreize, damit die Rüstungsproduktion in zivile Fertigung umgewandelt werde. Dazu zählen auch „rigide Beschränkung von Waffen-Exporten“ , so der Friedensbeauftragte vor einer Woche in einem Interview mit „der tageszeitung“ (taz).
In Brahms anderer Rolle, als Schriftführer der Bremischen Evangelischen Landeskirche, sind das klare Worte – denn die Bremer Lürssen-Werft, welche die Patrouillenboote bauen wird, schafft viele Arbeitsplätze im Raum der Bremischen Evangelischen Kirche. Brahms fühlt sich „nie ganz frei von Gedanken an eventuelle Rücksichtnahme“ berichtet die taz. Der Spagat zwischen der Basisarbeit in Bremen und der Verteidigungspolitik mache bewusst „wie komplex die Situation ist und wie wichtig Konversions-Angebote sind“.
Weitere Informationen und die Diskussion zum Anhören finden sie unter:
http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_unterwegs/ruestungsproduktion100.html
Das ganze Interview mit „der tageszeitung“ unter : http://www.taz.de/!112503/