Aktuelles

Weil er im Januar 2015 zur Kriegsdienstverweigerung in der Ostukraine aufgerufen hatte, wurde der Journalist Ruslan Kotsaba im Mai 2016 vom Stadtgericht Ivano-Frankivsk (Westukraine) zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) fordert die Freilassung Kotsabas und appelliert an die ukrainische Regierung. Die Mitgliedsorganisationen von EBCO senden in den nächsten Tagen ebenfalls einen Appell an die Botschaft der Ukraine in ihren jeweiligen Ländern. 

Mehr Informationen sowie den Appell finden sie unter: http://www.ebco-beoc.org/node/399

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Forums Ziviler Friedensdienst hat der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche (EKD), Renke Brahms, die Bedeutung einer zivilen Konfliktbearbeitung unterstrichen und deren weiteren Ausbau gefordert. „Deutschland muss sich aufgrund seiner Geschichte bei internationalen Krisen stärker für den Vorrang ziviler und gewaltfreier Konfliktbearbeitung einsetzen“, machte Brahms, der auch Leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist, deutlich.

Der EKD-Friedensbeauftragte bedauerte, dass in der Öffentlichkeit die zivile Konfliktbearbeitung nur eine geringe Aufmerksamkeit erhalte. „Dabei ist es wichtig, dass auch im öffentlichen Bewusstsein der Vorrang von Zivil vor Militär einen höheren Stellenwert einnimmt und bei internationalen Konflikten nicht als erstes sofort der Ruf nach einer militärischen Intervention laut wird“, betont Renke Brahms. Dies umso mehr, als Deutschland auf diesem Feld große Erfahrungen habe, nicht zuletzt durch die Arbeit des Forums Ziviler Friedensdienst

Mehr dazu unter: www.evangelische-friedensarbeit.de

Die Katholische junge Gemeinde (KjG) positionierte sich auf ihrer Bundeskonferenz 2015 zur friedenspolitischen Lage in der Welt. 

Eine Stellungnahme sowie den Beschluss  „Stell´ dir vor, es gäbe Frieden. Weltweit.“, auch in kindergerechter Sprache finden Sie unter: kjg.de.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Sie tut dies nicht nur mit einem Festakt am 9. und 10. Juni in Bonn, sie will mit Filmen, die im Kino WOKI in Bonn gezeigt werden, das Thema Kriegsdienstverweigerung aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen. Mit Hilfe von Zeitzeugen wird dabei auf eindrückliche Weise gezeigt, auf welche Widerstände man stieß, aber auch heute noch stößt, wenn man seinem Gewissen folgt und den Kriegsdienst verweigert.

Den Auftakt der Filmreihe bildet der Film „Schwerter zu Spaten – Die Bausoldaten in der DDR“, ein Film von Johannes Maier, der an die einzige Möglichkeit erinnert, die es in der ehemaligen DDR gab, den Dienst an der Waffe zu umgehen: der 18-monatige Dienst als Bausoldat, mit schwerer körperlicher Arbeit. In der Dokumentation kommen sechs ehemalige Bausoldaten zu Wort, die als Zeitzeugen von ihrem Erleben berichten. Der Film dauert 34 Minuten und wird am Dienstag, 17. Mai, 19 Uhr im WOKI gezeigt. Der Eintritt kostet drei Euro.

Am Sonntag, 22. Mai, gibt es um 19 Uhr im WOKI den Film „Out of Society“ von Nancy Brandt. Hier wird sowohl die Geschichte von Emil Richter gezeigt, der aus der deutschen Wehrmacht flieht und nach Serbien gelangt, wo er sich vor der deutschen Armee versteckt, wie auch die Geschichte von André Shepherd, der aus der US-amerikanischen Armee flieht und 19 Monate in Bayern lebt, wo er als erster amerikanischer Soldat Asyl in Deutschland beantragt. Der Eintritt hier kostet 5,50 Euro.

Den Abschluss der Filmreihe bildet am Freitag, 10. Juni, um 18.30 Uhr der Film „Das schwergeprüfte Gewissen“ von Stephan Haberzettl. Diese Dokumentation taucht ein in die Situation einer mündlichen Verhandlung der 1960er Jahre und lässt über Interviews Beteiligte aus der Friedensbewegung und der evangelischen Kirche zu Wort kommen. Der Eintritt kostet drei Euro.

Im Anschluss an die Filme ist es den Zuschauern möglich, mit den Filmemachern das Gespräch zur Entstehung des Filmes zu suchen.

Alle Filme werden im Kino WOKI, Bertha-von-Suttner-Platz 1-7, 53111 Bonn, gezeigt. Ticketbuchungen sind über das Kino (www.woki.de) möglich.

Zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) hat die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) nachdrücklich das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung betont. „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Dienst mit der Waffe gezwungen werden. Dies ist in jedem Land der Erde zu achten und zu respektieren“, unterstreicht Dr. Christoph Münchow, der Bundesvorsitzende der EAK.

Sorgen bereitet dem evangelischen Friedensverband dabei die Situation in vielen Ländern, auch innerhalb der Europäischen Union, in denen Kriegsdienstverweigerer nach wie vor Repressionen und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sind oder ihnen sogar Gefängnisstrafen drohen. „Wir dürfen nicht die Augen verschließen, wenn Länder dieses Menschenrecht mit Füßen treten“, macht Christoph Münchow deutlich und verweist dabei auf die schwierige Situation von Kriegsdienstverweigerern beispielsweise in der Türkei, in Israel, in Griechenland oder in Südkorea.

Die EAK fordert die Bundesregierung auf, in Gesprächen mit diesen Ländern auch die Frage der Kriegsdienstverweigerung zum Thema zu machen. „Dies muss von deutschen Regierungsvertretern immer wieder angesprochen werden. Kriegsdienstverweigerer müssen anerkannt werden und gehören nicht ins Gefängnis gesperrt, wenn sie ihrem Gewissen folgen“, so der EAK-Bundesvorsitzende.

Die Ankündigung von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die Bundeswehr in den kommenden sieben Jahren personell aufzustocken und auch den Wehretat bis 2020 von derzeit 34,2 auf 39,2 Milliarden Euro anzuheben, ist bei der evangelischen Friedensarbeit auf Kritik gestoßen. „Die Regierung stellt hier bereits Weichen, bevor das neue Weißbuch vor- und zur Diskussion gestellt wird. Das führt den groß angekündigten Beteiligungsprozess ad absurdum“, betont Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Schon seit längerem wird, auch in der evangelischen Friedensarbeit, über eine gesetzliche Regelung diskutiert, nach der ein Steuerzahler entscheiden kann, dass die von ihm gezahlten Steuern nicht in die Rüstung fließen. Im Januar 2013 diskutierte ein Studientag der Evangelischen Akademie Hofgeismar dieses Thema. Dazu erschien im Mai 2014 eine epd-Dokumentation „Zahlen für den Krieg? – Gewissensfreiheit contra Steuerpflicht. Militärsteuerverweigerung als rechtliches Problem im demokratischen Staat“.

Für alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen, bietet diese Dokumentation sicher  lohnenswertes Hintergrundmaterial und auch einen umfassenden Einblick in die Diskussion zu dieser Frage.

Mehr dazu unter: www.evangelische-friedensarbeit.de

Zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung werden am 13. Mai, in 15 Städten in Deutschland sowie in Jerusalem Mahnwachen und Aktionen stattfinden. Connection e.V. und AWC Deutschland e.V. fordern damit gemeinsam mit vielen anderen Gruppen und Organisationen gegenüber der israelischen Regierung die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung, die sofortige Freilassung von Tair Kaminer und Omri Baranes aus Israel, sowie die Einstellung aller Strafverfahren gegen KriegsdienstverweigerInnen.

Seit 1986 wird am 15. Mai alljährlich der Tag der Kriegsdienstverweigerung begangen. Er soll an all diejenigen Männer und Frauen erinnern, die aufgrund ihrer Entscheidung, sich dem Militär- und Kriegsdienst zu verweigern, verfolgt und inhaftiert werden.

Die Kriegsdienstverweigerung wird nur in etwa 50 von insgesamt 200 Ländern anerkannt. In allen anderen Staaten müssen Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Demgegenüber betont der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen, dass die Kriegsdienstverweigerung, auch von Soldaten oder Berufssoldaten, ein Menschenrecht darstellt.

Mehr dazu finden sie unter: www.connection-ev.org

Quelle:
Weltweites Bündnis von Friedensorganisationen fordert Umwidmung der Militärausgaben

Anlässlich des globalen Aktionstages gegen Militärausgaben fordert das Forum Ziviler Friedensdienst gemeinsam mit 27 Friedensorganisationen mehr Geld für Friedensförderung und die Beseitigung der wahren Ursachen von Konflikten. Nur mit einer Umverteilung der horrenden Militärausgaben zugunsten von Friedensförderung, Armutsbekämpfung, Klimawandel und der Umsetzung der globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung wird eine andere Welt möglich, die Frieden und Sicherheit für alle Menschen bietet. 

Den vollständigen Text zum Nachlesen finden sie unter: www.forumzfd.de

Gemeinsame Studientagung von AGDF und FEST beschäftigte sich in Heidelberg mit „Pazifismus auf neuen Wegen“

1901 wurde von dem französischen Notar und Präsidenten der „Internationalen Liga des Friedens und der Freiheit“ Émile Arnaud erstmals in einer belgischen Zeitung der Begriff „Pazifismus“ verwendet. 115 Jahre später fragten sich in Heidelberg gut dreißig Vertreterinnen und Vertreter aus der Friedenspraxis, der Friedensbewegung und der Friedensforschung, wie aktuell heute eine Haltung ist, die den Krieg prinzipiell ablehnt, sich für gewaltfreie Wege der Krisenprävention und der Konfliktbearbeitung einsetzt und die Bedingungen für eine friedlichere und gerechtere Welt anstrebt. „Pazifismus auf neuen Wegen?“, so das Thema der „Heidelberger Gespräche 2016“, einer gemeinsamen Studientagung der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg.

„Pazifismus bewährt sich in der konkreten Friedensarbeit“, so formulierte Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer, ein Ergebnis dieser Tagung. So hätten die Berichte von sechs Friedensorganisationen deutlich gemacht, wie deren Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten stets den pazifistischen Idealen treu geblieben sei, gleichzeitig immer wieder auch ein neuer Rückbezug auf die Gründungsziele erfolgte. „Und unsere Mitglieder reagierten stets auch auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen, und sie reflektierten kontinuierlich ihre eigene Praxis“, so Gildemeister. Dabei hätten die Stimmen und Anregungen der internationalen Partner eine besondere, in neuster Zeit eher wachsende Bedeutung gehabt, fügte der AGDF-Geschäftsführer hinzu.

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