Neues „Handbuch Friedensethik“

Kann gewaltfreies Handeln in Syrien noch etwas bewirken? (APD )

(29.03.2017) Zum Gespräch über das neue „Handbuch Friedensethik“ lud die Evangelische Akademie nach Berlin ein. Dass Friede in dieser Welt nötig ist, dürfte unumstritten sein, doch die Meinungen gehen auseinander, wie er durchgesetzt und erhalten werden kann. Dabei wird zur Lösung von Konflikten als „ultima ratio“ (letztes Mittel) auch die Anwendung von militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen. Der mennonitische Friedensethiker Fernando Enns setzt dagegen auch bei einer humanitären Katastrophe wie im Syrien-Konflikt auf ein gewaltfreies Engagement.

„Handbuch Friedensethik“
Das „Handbuch Friedenethik“ wurde von Dr. Ines-Jacqueline Werkner, Friedens- und Konfliktforscherin an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg sowie Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt/Main, und Klaus Ebeling, Projektleiter am Institut für Theologie und Frieden in Hamburg (IThF) sowie Lehrbeauftragter am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Potsdam, im Springer VS Verlag herausgegeben.

Es bietet mit 979 Seiten eine systematische Übersicht zu zentralen Aspekten der Friedensethik, einen interdisziplinären Zugang zum Stand der Forschung sowie zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten. Es enthält einerseits zahlreiche Beiträge zur Ideengeschichte und zu den theoretischen Grundlagen der Friedensethik. Andererseits suchen Expertinnen und Experten aus den relevanten Fachgebieten eine realitäts- und problembewusste Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der konfliktbeladenen Gegenwart und nehmen dabei die Spannungen zwischen normativer und erklärender Theorie sowie zwischen Theorie und lebensweltlicher Erfahrung in den Blick.

Die Autorinnen und Autoren sind sich einig, dass Frieden nötig und möglich ist, jedoch geht es dabei nicht konfliktfrei zu. Bei Gewalt und Krieg ist neben Risikosensibilität und Korrekturbereitschaft eine konfliktbereite Problemlösungskompetenz gefragt, die im Verhältnis der beteiligten Personen Toleranz aus Respekt erfordert. Doch wie dies praktisch umgesetzt werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. ...
 

Anhang: