"Du unser Gott alleine" klingt besser als "America First"

AGDF

(05.03.2017) Es ist eins der bekanntesten Friedenslieder, das auch bei den Friedensgebeten in Leipzig, vor den Toren des Raketenstationierungsgeländes in Hasselbach im Hunsrück oder im Gerichtssaal in Mutlangen bei den Blockadeprozessen gesungen wurde. Und das in der heutigen Sprach- und Ratlosigkeit nun wieder angestimmt werden könnte, das „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Martin Luther. Davon ist der Bonner Pfarrer Siegfried Eckert überzeugt.

„Wer gibt uns Frieden? Du, unser Gott, alleine! Bitte und Verheißung, in so wenigen Worten und Tönen in Einklang zu bringen, ist schon ein Meisterstück“, betont der evangelische Theologe in einem Impuls der evangelischen „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ zum Reformationsjubiläum. Darum sei es kein Wunder, dass dieses Liedchen durch alle Jahrhunderte hindurch in schweren Zeiten wie ein Hymnus gesunden wurde, so Eckert, der Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland ist und 2014 eine Streitschrift im Blick auf das Reformationsjubiläum  unter dem Titel „2017. Reformation statt Reförmchen" veröffentlichte.

In einer „trumpisierten“ Welt, in der Europa schon zuvor an seiner Mauer gebaut habe, werde die Sehnsucht nach Frieden noch lauter, ist Siegfried Eckert überzeugt. Darum könne dieses Friedenslied nicht oft genug angestimmt werden. Und das „Allein Gott“ in diesem Friedenslied umfasse alle Aussagen der Reformation, es sei aber auch ökumenisch anschlussfähig und interreligiös singbar. Und: „Das ,Du unser Gott alleine´ klingt doch viel besser als ,America first´!“, so der evangelische Theologe.

Der Impuls „Verleih uns Frieden gnädiglich“ ist der fünfte Beitrag eines von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) am Reformationstag 2016 gestarteten Projekts „Reformation heute - Gewalt absagen und Frieden wagen“, mit dem die AGDF einen Beitrag zum Reformationsjubiläum leisten, sich kritisch mit der reformatorischen Geschichte auseinandersetzen und dabei einen Fokus auf Gewalt und Gewaltfreiheit legen will. Die Impulse, die dazu veröffentlicht werden, sollen Denkanstöße für eine weitere Diskussion sein.

Der Beitrag „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Siegfried Eckert findet sich auf der Homepage der AGDF (www.friedensdienst.de). Dort stehen auch die weiteren bereits erschienenen Beiträge dieses Reformationsprojektes der AGDF.
(Dieter Junker)

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AGDF-Impuls Nr. 5 zum Reformationsjubiläum von Siegfried Eckert

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